Die Kinderbetreuung sei in Bietigheim-Bissingen schon seit Jahren ein Thema, sagte CDU-Rat Michael Jacobi bei der Vorstellung der Aktion "Sicherer Schulweg", mit der man das Thema ausweiten wolle. Nach dem Aufruf an die Bürger, unsichere Fuß- und Radwege, unübersichtliche Kreuzungen sowie Gefahrenstellen an Schulen zu melden, seien rund 60 Anregungen eingegangen. Der CDU-Arbeitskreis habe alle untersucht und in 30 Fällen die Situation vor Ort genauer unter die Lupe genommen, so Jacobi.
In einem umfangreichen Katalog wurden schließlich 24 "Brennpunkte" zusammengetragen, die gestern von den Arbeitskreis-Leiterinnen Birgit Bezner-Fischer und Karin Geiger vorgestellt wurden. An allen Punkten, so Karin Geiger, bestehe dringender Handlungsbedarf.
Einer dieser Brennpunkte ist eine Spielstraße "Im Weilerlen", die "massiv" als Schleichweg missbraucht werde. So wurde beobachtet, wie bei starkem Verkehr auf der Geisinger Straße von Osten kommend über die Wendeplatte zur Kreuzung Fritz-Schofer-Straße/Riedstraße abgekürzt wird. Bei einem Vor-Ort-Termin, so Birgit Bezner-Fischer, seien in 30 Minuten insgesamt 50 durchfahrende Autos gezählt worden.
Die CDU macht allerdings nicht nur auf die Missstände aufmerksam, sondern gibt auch Vorschläge zur Verbesserung ab. So halte man es "zwingend erforderlich", das die Spielstraße "Im Weilerlen" auch tatsächlich eine Spielstraße werde. Daher wird vorgeschlagen, den Durchgang mit Pollern zu schließen.
Als weitere Verkehrs-Brennpunkte wurden unter anderem in Bissingen die Straße an der Waldschule, der Übergang über die Schwarzwaldstraße in Höhe der Lise-Meitner-Straße in den Kreuzäckern, die Kreuzung Großingersheimer Straße/Moltkestraße sowie die unzureichenden Querungsmöglichkeiten an der B 27 in der Kammgarnspinnerei aufgelistet. Da die Autofahrer in der "Spinne", wie in vielen anderen Wohngebieten und entlang der Schulwege auch, grundsätzlich zu schnell unterwegs sind, schlägt die CDU regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen vor.
Oft seien es jedoch die Anwohner selbst, die zu schnell fahren, so Michael Jacobi. Die CDU appelliere deshalb für mehr Rücksicht. Ebenso sollten Hecken und Büsche regelmäßig zurückgeschnitten werden, damit Kinder und Jugendliche die Gehweg in die Kindergärten und Schulen auch richtig nutzen könnten. Ein weiteres Problem sei auch, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule und Kindergarten bringen würden, was wiederum andere Kinder gefährde. Am Beispiel Waldschule wir deshalb eine separate Parkfläche gefordert.
Gleichwohl gibt es Erfolge zu vermelden. In der Wobachstraße wurden auf Anregung der CDU Hecken entfernt und ein Baucontainer umgestellt - und damit mehr Platz für Radler geschaffen.
Aus Gründen der Nachhaltigkeit will der Arbeitskreis deshalb auch nach der Kommunalwahl weiter am Thema bleiben, neue Anregungen aufgreifen und die Vorschläge im Gemeinderat einbringen. Wobei sich Jacobi sicher ist: "Es wird sich nicht alles auf einmal realisieren lassen".










